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"Noisy" K3 - AGC Einstellungen (hoffentlich) vereinfacht (verständlich gemacht).

Auf dem Elecraft List Server gab es ein Reihe von Meldungen über die AGC Einstellungen des K3 und „rauhe“ NF beim K3. Für beides besteht eine Abhängigkeit von den am Standort vorkommenden Störstrahlungen und der Antenne auf einem bestimmten Band.

Wenn dein S-Meter die Umgebungsgeräusche mit S0 oder S1 anzeigt, dann sind die Default (Standard) Einstellungen der AGC für deine Situation ausreichen. Du kannst dir selbst zu dieser fast Störungsfreien Situation gratulieren und ohne weitere Änderungen dem Funkbetrieb fröhnen.

Wenn aber der Störgeräuschpegel In den Sprechpausen eines QSO nervig ansteigt (egal ob in CW oder SSB) dann kannst du durch Änderungen an den vielfältigen Parametern des K3 für die AGC einiges verbessern.

Einige Informationen über die AGC Einstellungen des K3:

Die wichtigsten Parameter zur Änderung der AGC Charakteristik sind die Werte für AGC THR und AGC SLP im CONFIG Menü.

AGC THR

Die Einstellung des AGC THR (= AGC Treshold= Automatische Verstärkungsregelung Schwelle) legt fest, wie stark ein Signal sein muss, bevor es die AGC überhaupt aktiviert. Ist der Wert entsprechend niedrig eingestellt, dann lässt bereits das Hintergrundgeräusch einer unbelebten Frequenz die AGC anspringen. Schau dir das S-Meter an während du eine Frequenz eingestellt hast, auf der keinerlei Aktivität herrscht. Zeigt das S-Meter jetzt irgendetwas an, dann wird die AGC bereits durch das Hintergrundgeräusch aktiv. Wird S1 angezeigt und der Balken für S2 flackert nur ab und zu, dann kann man das so tolerieren. Hast du aber an deinem Standort,  bei der benutzten Antenne auf diesem Band eine Anzeige um S5, dann solltest du den Wert für AGC THR ändern.

Ein höhererer Wert für AGC THR Einstellung erhöht die Ansprechschwelle der Verstärkungskontrolle. Du solltest also höhere Werte versuchen um zu sehen welcher Effekt in deiner Situation erzielt wird.

ACHTUNG:

Beim Ausprobieren des Einflusses von AHC THR muss folgendes beachtet werden: Benutze unbedingt nur die Störgeräusche, die in den Sprechpausen eines laufenden QSO aufkommen.  Wenn du nur die Störgeräusche ohne jedes Nutzsignal anhörst, dann wirst du den Eindruck haben, dass ein Verringern der Ansprechschwelle die Störgeräusche vermindert. Das ist jedoch eine falsche Annahme. Was wirklich passiert: bei kleineren Werten aktivieren die Störgeräusche früher die AGZ. Dadurch wird die Verstärkung des Empfängers reduziert was den Eindruck hervorruft, die Störgeräusche seien schwächer geworden.  Hörst du die diese Einstellung in Gegenwart von Nutzsignalen an, dann wirst du aber feststellen, dass genau das Gegenteil der Fall ist.

AGC SLP

Der Slope (Steigung) Wert der AGC Charakteristik legt fest, wie stark der Unterschied  in der NF Lautstärke zwischen einem schwachen und einem starken HF Signal dargestellt wird. Bei höheren AGC SLP Werten, werden alle Signal auf einen ähnlichen NF Pegel verstärkt. Das is prima für Rag Chew (Langschwatz) Runden. Bedenke aber, dass der AGC Detektor nicht zwischen einem realen Nutzsignal und einem breitbandigen Störsignal unterscheiden kann. Wenn der Wert für AGC SLP hoch eingestellt ist, werden auch Störgeräusche mit größerer Lautstärke wieder gegeben.

Verkleinert man den Wert für AGC SLP, dann hören sich schwächere HF Signale auf der NF Ebene leiser an als starke Signale. Solange die interessierenden Signal oberhalb des Pegels der Störgeräusche liegen, klingen sie lauter als das Störgeräusch. Umgekehrt: Wenn du einen hohen Wert für den Slope benutzt, und die Störgeräusche sind ähnlich stark wie das Nutzsignal, dann hörst du die Störgeräusche genau so laut in deinem Kopfhörer, wie das Nutzsignal.

So, was bedeutet das für meinen K3?

Der K3 hat einen sehr empfindlichen Empfänger und einen sehr großen dynamischen Bereich. Das bedeutet, e hört sehr schwache Signale (Empfindlichkeit), kann aber gleichzeitig sehr starke Signale wiedergeben ohne dass es zu Übersteuerung oder Verzerrungen kommt. Ein typischer K3 hört Signale noch bei einer Feldstärke von -140dBm (Spezifikation ist -136dBm), schafft aber ohne weiteres noch Signale in der Größenordnung von 0dBm ohne Einschränkung zu verarbeiten.

Wenn nun der Störpegel bei -110 dBm liegt, dann werden 26-30dB der Dynamik des K3 verschwendet. Um zumindest einen Teil dieser Dynamik zurück zu gewinnen, schalte den Vorverstärker aus und, falls notwendig, sogar den Abschwächer (ATT) ein sobald das benutzte Band so stark mit Störsignalen zugestopft ist. Du brauchst nämlich die extra Verstärkung nicht, weil du Signale, die schwächer sind als der Störpegel sowieso nicht hörst und weil der Störpegel sonst unnötig Dynamik klaut. OK, einige Funkamateure können noch Signale deutlich unter dem Störpegel Level aufnehmen, aber das ist eine Ausnahme und diese OPs wissen schon selbst, wie sie ihre Empfangsbedingungen verbessern können J

Wenn das Band relativ frei von Störstrahlung ist, dann sind die Fabrikwerte für die AGC meist ausreichend gut, der Empfänger arbeitet damit prima. Aber jedes Band und jeder Standort sind anders. Ermittle die besten Werte für deinen K3, indem du das Band und die Antenne benutzt, auf denen an deinem Standort die schlimmste Störstrahlung vorherrscht.

Du kannst für den ersten Versuch mit den Werten beginnen, die ich hier benutze. Bei mir steht der Treshold auf 008 und der Slope auf 002, wenn du mit anderen Werten beginnen möchtest, dann tu das. Letztlich hängt alles von dir und den in deinem Shack vorhandenen Bedingungen ab

Hör auf vorhandene Nutzsignale, wenn du die Änderungen ausprobierst. Hörst du nur auf die Störgeräusche, dann bekommst – wie schon erklärt – einen falschen Eindruck. (Der Störpegel wird schwächer wenn du den Threshold auf kleinere Werte stellst weil die Gesamtverstärkung reduziert wird.) Lass ich nicht täuschen! Diese vermeintliche Verbesserung erhöht in Anwesenheit von Nutzsignalen dann die Lautstärke der Störstrahlung.

Beobachte in Sprachpausen bei SSB oder den Pausen zwischen Wörtern bei CW den Störpegel im Verhältnis zum Nutzsignal. Es geht darum einen Wert zu finden, bei dem der Abstand zwischen dem Nutzsignal und dem Störsignal größer ist. Threshold und Slope haben eine gewisse Abhängigkeit zueinander. Ist der Slope auf höhere Werte eingestellt, dann wird der Abstand zwischen verschiedenen Feldstärken in der Lautstärke immer kleiner. Ist gleichzeitig der Treshold Wert zu niedrig eingestellt, dann wird die AGC sowohl vom Band-Hintergrundgeräusch als auch von echten Signalen angestoßen. Die Kombination von niedrigem Treshold und hohem Slope führt dazu, dass alles was empfangen wird auf die gleiche NF-Lautstärke gebracht wird und dazu gehört dann auch jedes Störgeräusch weil dieses ja für die AGC letztlich nichts anderes ist, als ein breitbandiges Signal.

Durch einen zu niedrigen Treshold hält die K3 AGC also jedes Störsignal oder auch das Bandrauschen für ein echtes Signal, dass sie pflichtbewußt verstärkt --- und das ist eigentlich NICHT das, was wir wollen.

Erhöhe den Treshold auf dem geräuschvollsten Band bis zu dem Wert, bei dem die AGC gerade eben gar nicht oder nur minimal anspricht. Justiere DANACH den Slope Wert so, wie du es magst. Bist du der Rag Chew (Dauer-QSO / Langschwatz-QSO)-Typ der in großen Runden funkt, dann nimm einen höheren Wert damit schwächere Stationen ähnlich laut klingen, wie starke. Bist du mehr darauf aus, den Störpegel in den Pausen niedrig zu halten, dann wähle einen niedrigeren Slope Wert. Contester, denen es darauf ankommt die tatsächliche Stärke der Gegenstationen eher mit dem Ohr als mit dem S-meter zu erkennen, werden einen deutlich niedrigeren  Wert einstellen als der Durchschnitt.

Meine persönlichen Einstellungen sind 008 für den Treshold und 002 für den Slope. Das ergibt eine Wirkung der AGC ähnlich der des K2 an die ich gewöhnt bin, da ich vor dem K3 10 Jahre lang einen K2 benutzt habe.

Unterm Strich:

Kommt einem ein K3 zu geräuschvoll, nervös vor, dann wird als erste Maßnahme der Eingangsverstärkung reduziert. Das bedeutet: Vorverstärker ausschalten und falls das Bandrauschen sehr hoch ist, Abschwächer einschalten. Dadurch wird der dynamische Bereich des K3 wie bei jedem anderen Empfänger erhöht. Der Störpegel wird durch diese einfachen Maßnahmen reduziert. Der K3 merkt sich die Einstellungen für PRE / ATT die für ein bestimmtes Band gewählt wurden und stellt sie automatisch bei Bandwechsel wieder her, wenn du zu diesem Band zurück schaltest.

Die AGC Einstellungen sind universal, d.h. nicht für jedes Band separat einstellbar. Deswegen muss ein vernünftiger Kompromiss für die Bänder gefunden werden, auf denen du normalerweise arbeitest. Bist du mehr auf den oberen HF oder den VHF/UHF Bändern zu hause, dann werden die Einstellungen andere sein, als wenn du 160m und bevorzugst. Es gibt keine Universal Einstellung, die für jede Situation optimal ist. So schwierig es ist eine Einstellung zu finden, die am besten zu deiner Art zu funken und zu deinen bevorzugten Bändern gehört…. Ich glaube, wir sollten dankbar sein, dass der K3 die Möglichkeiten bietet, die AGC so zu beeinflussen, dass ein großer Bereich von Band- und Umgebungstypischen Störsituationen und persönlichen Vorlieben abgedeckt werden.

Ja, es kostet etwas Zeit und Aufwand herauszufinden, welche Einstellungen für die persönlichen Vorlieben und Band-Situationen optimal ist, aber als Ergebnis bekommst du einen K3 der genau auf deine Situation zugeschnitten ist.

Von Don, W3FPR

übertragen von Peter, DL2FI


(Don ist HF- Ingenieur und wohl einer der besten Kenner von Elecraft Produkten. Unzähligen K2 Bastlern, mich eingeschlossen, hat er bei den schwierigsten Problemen geholfen )

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